In den vergangen zehn Jahren hat die Drohnentechnologie enorme Fortschritte erzielt und nicht zuletzt die Art, wie wir die Welt sehen, verändert. Kameradrohnen, ob groß oder klein, erlauben uns, neue Blickwinkel zu zeigen und haben die Vogelperspektive massentauglich gemacht. Auch auf Baustellen haben Drohnen längst Einzug gehalten. Der Fotograf spart sich dank der Drohne nicht nur die Kletterei auf den Baukran, sondern ist sehr frei in der Wahl der Bildkomposition dank der hohen Manövrierfähigkeit auf allen drei Flug-Achsen. Für gute Baustellenaufnahmen aus der Luft gibt es dennoch einige Punkte zu beachten:

1. Flugzone prüfen

Bevor die Drohne abheben kann, ist einerseits zu prüfen, ob die gesetzlichen Rahmenbedingungen im Fluggebiet eingehalten werden können. Unabhängig davon ist es aber auch für ein gutes Bild ratsam, sich eine Übersicht von der Baustellensituation zu verschaffen: Wo befinden sich interessante Objekte, wo stehen Kräne oder andere Bauten? Gibt es Bereiche, die gar nicht fotografiert werden dürfen? Es empfiehlt sich zudem, die Baustellenleitung als auch die Kranführer über den geplanten Flug in Kenntnis zu setzen.

2. Vorbereitung

Die meisten handelsüblichen Drohnen sind sehr einfach zu fliegen und viele sind mit einer Reihe an Flugprogrammen ausgestattet, die das Fliegen erleichtern. Auf Baustellen mit ihren vielen Hindernissen eignen sich die automatischen Flugmodi jedoch selten. Gerade deshalb sollte der Fotograf seine Drohne vor dem Erstflug auf dem freien Feld ausgiebig testen und das Flugverhalten kennenlernen. Fliegt man mit der Drohne in den Kran, kann dies auch für das Baustellenpersonal gefährlich werden.

3. Wann soll ich fliegen?

Viele Drohnen sind windanfällig – gerade kleinere Exemplare unter 1 kg. Entsprechend schwieriger wird es, die Drohne optimal in Position zu bringen, wenn diese von Winden beeinflusst wird, und je nach Verschlusszeit und Lichtsituation sind die Bilder verwackelt. Kalte Temperaturen sind ebenfalls zu vermeiden, da dadurch die Batteriedauer in Mitleidenschaft gezogen wird. Je nach Drohne ist zudem von einem Flug im Regen abzuraten, da die Elektronik beschädigt werden kann.

Wie auch in der konventionellen Fotografie, eignet sich die Zeit kurz nach Sonnenaufgang und während dem Sonnenuntergang besonders für stimmungsvolle Bildaufnahmen, da das Licht weicher ist. In der Drohnenfotografie ist aber zu beachten, dass die eingesetzten Bildsensoren aus Gewichtsgründen tendenziell klein ausfallen und somit anfälliger für Bildrauschen sind.

Deshalb gilt der Grundsatz: je mehr Licht, desto besser – mit dem Nachteil, dass gerade um die Mittagszeit das Licht sehr hart ausfallen kann. Ein leicht bewölkter Himmel kann deshalb gerade in der Baustellenfotografie zu stimmigeren Aufnahmen beitragen.

4. die richtige perspektive

Oft entwickelt man beim Fotografieren mit der Drohne einen Tunnelblick, wobei man interessante Blickwinkel unter oder hinter der Drohne komplett ausblendet. Es lohnt sich deshalb, sich vorab einen Überblick zu verschaffen und das Zielgebiet aus verschiedenen Richtungen und Flughöhen zu über- und umfliegen.
Die Möglichkeiten, eine Drohne zentimetergenau zu positionieren, erlaubt ähnliche Bildkompositionen wie in der Landschaftsfotografie. Dank der zusätzlichen vertikalen Achse, auf der man die Drohne bewegt, ist je nach Motiv auch der senkrechte Blick nach unten eine Option. Dabei gilt es, nach Symmetrien und Mustern Ausschau zu halten.

5. dritteL-regel

Analog zur Landschaftsfotografie sollte die Drittel-Regel beachtet werden. Viele Kameradrohnen verfügen über eine Funktion zum Einblenden der zwei horizontalen und vertikalen Linien, um so bei der Bildkomposition zu unter-stützen. Das Bild wird dabei in neun gleich große Teile zerschnitten. Das Motiv wird an einem der vier Schnittpunkte platziert. Man kann es aber auch längs einer Linie platzieren. Die Drittel-Regel ist ein einfaches Hilfsmittel, um harmonische und wenig statische Bildkompositionen zu schaffen.

6. Die richtige Höhe

Die wenigsten Drohnen verfügen über ein optisches Zoom. Oft ist es deshalb nicht ratsam, so hoch wie möglich zu fliegen, da die Bildkompositionen aus dieser Höhe tendenziell überladen wirken. Besser ist es in diesen Fällen etwas tiefer und näher an die Objekte heranzufliegen. Auf das Digitalzoom sollte man verzichten, da die Bildqualität damit zu sehr leidet.

7. die richtige einstellung wählen

Der Sensor einer Kameradrohne wird in der Regel nicht die gleich guten Bilder liefern wie eine DSLR-Kamera. Mit den richtigen Einstellungen sind aber dennoch tolle Bilder möglich. Um das Bildrauschen zu reduzieren, sollte stets mit ISO100 fotografiert werden. Zudem eignet sich eine Blende von f/4-f/5.6. Diese Einstellung kann jedoch nicht bei allen Drohnen angepasst werden. Damit die Bilder im Nachhinein bei Bedarf nachbearbeitet und optimiert werden können, sollte im offenen RAW-Format fotografiert werden. RAW-Dateien beinhalten sämtliche, unkomprimierten Bildinformationen.

Bei sehr kontrastreichen Lichtverhältnissen lohnt es sich, eine HDR-Aufnahme zu erstellen, wobei mindestens drei Bilder (einmal unterbelichtet, einmal normal belichtet und einmal überbelichtet) übereinandergelegt werden.
Für gute Luftaufnahmen braucht es keine Profidrohnen. Beachtet man diese wenigen Punkte, steht einem schönen Drohnenfoto nichts mehr im Wege.

drohnengesetze beachten

Mit steigender Popularität unbemannter Flugobjekte auch im Privatbereich, haben viele Staaten ihre Gesetze angepasst. Es ist deshalb für jeden Drohnenpiloten unabdingbar die lokalen Gesetzesbestimmungen zu kennen und diese einzuhalten. Je nach Größe der Drohne, Fluggebiet, Flugsituation und Einsatzzweck sind unterschiedliche Voraussetzungen zu erfüllen, damit eine Kameradrohne legal betrieben werden darf. Folgende Punkte sind dabei unbedingt zu prüfen:

  • Drohnenregistrierung und Kennzeichnung (EU)
  • Drohnenführerschein (EU)
  • Sperrgebiete und Flugverbotszonen / Abstand zu Flughäfen, Verkehrswegen und Naturschutzgebieten
  • Ausreichender Versicherungsschutz
  • Maximalflughöhen einhalten (EU)
  • Keine Menschenansammlungen überfliegen
  • Privatsphäre Dritter / Datenschutz
  • Bewilligung, z.B. zum Fliegen in Flugplatznähe oder Fly-per-View


Mehr Informationen zu den gesetzlichen Bestimmungen in Österreich finden Sie hier:

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte sie auch interessieren