Die neue A26, die 5 km lange Linzer Westumfahrung, wird großteils unterirdisch verlaufen. Aber: An der Oberfläche zeigt sie sich umso spektakulärer! Denn: In ihrem Verlauf wird die A26 die Donau überqueren – und genau dafür entsteht ein einzigartiges Bauwerk: eine 300 m lange und 22,5 m breite Hängebrücke – ohne sichtbare Tragpfeiler. Die tragenden Seile werden direkt in den Fels der Uferwände verankert, was dem Bauwerk mit seinen 13.000 Tonnen optisch eine gewisse Leichtigkeit und Eleganz verleiht.

Hängebrücke A26 Linz
Die neue „Linzer Golden Gate Bridge“ auf der A26.

Schalung Maßgeschneidert

Die sogenannten Ankerblöcke stellen die Übergänge zwischen den rund 120 Felsankern dar, die ihrerseits bis zu 70 m in den Berg reichen, und den Seilen, die die Donaubrücke – gleichzeitig die flächenmäßig größte Hängebrücke der Welt – tragen werden. Alleine für den Ankerblock Nord wurden 3.650 m³ Beton verbaut. Abgesehen vom gewaltigen Volumen waren seine besondere Geometrie mit einem nach oben zulaufenden Radius, den Durchgängen für Spannrohre sowie Ankerschwerter und zahlreichen Stufen für die Abspannung die größten schalungstechnischen Herausforderungen.

Der Sonderschalungsbau von Doka schaffte eine maßgeschneiderte Lösung aus Trägerschalung Top 50, mit Bretthölzern belegter und mit Mehrzweckriegeln WS10 verstärkter Rahmenschalung Framax Xlife sowie gewaltigen Formholzkästen. Diese Kästen bestehen u.a. aus 74 Halbschalen-Elementen, damit sich die Schalung passgenau an die 168 Auslässe für Spannkabel und Lehrverrohrungen legt.

Mit Erfolg, wie Günter Keuschnig, Geschäftsführer der ausführenden ICM construction gmbh, bestätigt: „Die gelieferte Qualität und Passgenauigkeit der Doka-Sonderschalung hat uns überzeugt.“ Für den optimalen Halt sowie zum reibungslosen Ein- und Ausschalen hat die Baustellenmannschaft die Halbschalen mittels Trägerklemme SL-1 verbunden.

Massenbeton permanent überwacht

Beim dritten Bauteil des Ankerblock Nord wurden 450 m³ Beton auf einmal betoniert. Um die Gefahr von Rissbildungen aufgrund von Temperaturspannungen im Massenbeton zu minimieren, setzte das ausführende Bauunternehmen das Betonmonitoring Concremote ein. An 18 Messpunkten erfolgte im Betonquerschnitt die kontinuierliche Temperaturüberwachung zur gezielten Steuerung der Betonnachbehandlung. Sobald sich die Kerntemperatur gegen 60° C bewegte, wurde der Beton über in der Lehrverrohrung verlaufende Wasserleitungen gekühlt.

Harald Zulehner, Geschäftsführer Doka Österreich GmbH, erklärt: „Wir sind stolz, an diesem spannenden Projekt beteiligt zu sein. Für die Herstellung des komplexen, großvolumigen Baukörpers der beiden Ankerblöcke lieferte Doka ein cleveres Paket aus Hard- und Software: Zum einen die maßgeschneiderte Schalung für den Ankerblock und zum anderen unser Betonmonitoring Concremote zur permanenten Aussteuerung der Betonqualität beim Aushärten.“ 

Übrigens: Die Verkehrsfreigabe für die „Linzer Golden Gate Bridge“ und die beiden dazugehörigen Tunnel, die als leistungsstarke Zubringer am Westring zur A7 fungieren, soll Mitte 2024 erfolgen.

Die Herausforderung

Komplexe Geometrie und großes Volumen des Baukörpers.

Die Lösung

Cleveres Paket aus Hard- und Software: Maßgeschneiderte Schalungslösung und permanentes Monitoring zur Aussteuerung der Betonqualität.

Fakten

Projekt: Donaubrücke A26, Linz
Bauherr: ASFINAG Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft
Bauausführung: ICM construction gmbh
Dienstleistungen: Sonderschalungsbau, Betonmonitoring Concremote
Schalungssysteme: Rahmenschalung Framax Xlife, Trägerschalung Top 50, Traggerüst Staxo 100, Doka-Deckenstützen Eurex, Elementstützen, Spindelstreben T7 und T10
Bauzeit (Ankerblock Nord): 01/2019-10/2020

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte sie auch interessieren