Die Herausforderung

Bau eines 40-stöckigen Hochhauses mit anspruchsvoller, unregelmäßiger Architektur.

Die Lösung

Erweiterung der Selbstkletterschalung Xclimb 60 mit einer Schubladen-Funktion für optimale Anpassbarkeit an die „springende“ Bauwerkskante

Fakten

Projekt: MARINA TOWER, Wien
Ort: 1020 Wien

Bauwerkshöhe: 140 m, 41 Stockwerke
Architekt: Zechner & Zechner ZT GmbH
Bauherr: BUWOG Group GmbH & IES Immobilien
Bauausführung: ARGE MARINA TOWER Swietelsky BaugmbH und Dyckerhoff & Widmann Ges.m.b.H
(Roh-)Bauzeit: 2018 – 2022
Schalungssysteme: Selbstkletterschalung Xlimb 60 mit Windschild, Traggerüst Staxo 100

Die Architektur des Wohnturms mit seinen unregelmäßig angeordneten Loggien, Balkonen und Terrassen in unterschiedlichen Abmessungen schafft eine lebendige und ansprechende Gebäudeoptik, stellte jedoch die Ausführenden vor eine besondere Herausforderung. Erfahren Sie von BL Ing. Herbert Busch mehr über das spannende Projekt, seine Entstehung und den Job als Bauleiter beim Bau des MARINA TOWERS.

Ing. Herbert Busch

Bauleiter MARINA TOWER

Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Bauleiter aus?

ING. HERBERT BUSCH: Ein guter Bauleiter muss auf jeden Fall Allrounder sein. Er muss sowohl technisches, kaufmännisches als auch juristisches Wissen haben. Hier lernt man im Laufe seines Arbeitslebens natürlich sehr viel dazu. Er muss eine gute Arbeitsvorbereitung betreiben und immer den Überblick behalten. Und natürlich muss er auch Mitarbeiter führen können.

Herr Busch, können Sie uns das Bauvorhaben MARINA TOWER kurz beschreiben?

ING. HERBERT BUSCH: Der MARINA TOWER ist ein Hochhaus im 2. Wiener Gemeindebezirk, das mit ca. 500 Eigentumswohnungen hauptsächlich als Wohngebäude genutzt wird. Das Bauwerk hat 41 Geschosse, insgesamt eine Höhe von knapp 138 m und verfügt über drei Tiefgeschosse, die weit ins Grundwasser reichen. Im Sockelgeschoss gibt es neben einem Fitnesscenter auch ein Lebensmittelgeschäft, Gastronomie und einen Kindergarten.

Worauf sind Sie beim Projekt MARINA TOWER besonders stolz?

ING. HERBERT BUSCH: Erstens einmal auf das hochprofessionelle Baustellenteam, wo alle an einem Strang gezogen haben. Zweitens darauf, dass alles so funktioniert hat, wie wir uns das vorgenommen haben. Die gute Vorbereitung ist immens wichtig, bevor man ans Eingemachte geht. So hatten wir auch vom Windschild mit den Schubladen zuerst einen Prototyp gebaut.

Aktuell entstehen ja einige Hochhäuser in Wien. Stellen Sie hier Vergleiche mit dem eigenen Projekt an? Beobachtet man diese Projekte speziell?

ING. HERBERT BUSCH: Natürlich halte ich mich über diverse Medien auf dem Laufenden. Es gibt z.B. online ein eigenes Hochhaus-Forum, in dem sich Hochhaus-Experten austauschen und wo man viele spannende Fotos sieht. Man tauscht sich auch mit Bauleitern von anderen Hochhäusern aus und macht dort Besichtigungen, um seinen Horizont zu erweitern und für nächste Projekte Tipps zu holen.

Wie wohnen Sie privat?

ING. HERBERT BUSCH: Ich lebe in Deutsch-Wagram, im Speckgürtel von Wien, in einer Wohnung.

HERR BUSCH, ALS PROJEKTLEITER BEI DER FIRMA DYWIDAG WAREN SIE ALS BAULEITER BEIM MARINA TOWER VERANTWORTLICH UND SIND AKTUELL ALS PROJEKTLEITER BEIM BAUVORHABEN VIENNA TWENTYTWO IM EINSATZ. WAS GEFÄLLT IHNEN AN IHREM JOB ALS BAULEITER BESONDERS?

ING. HERBERT BUSCH: Ich bin jetzt schon über 14 Jahre bei der Dywidag – seit Abschluss meiner Schulzeit – und es wird nie langweilig! Ich mag die Abwechslung und die Herausforderungen, denen wir uns jeden Tag neu stellen. Außerdem gefällt mir an meinem Job, dass ich mit vielen unterschiedlichen Menschen Kontakt habe, vom Arbeiter bis zum Bauherrn.

Was sind die Kehrseiten Ihres Berufs?

ING. HERBERT BUSCH: Die Kehrseiten sind natürlich die hohe Verantwortung, die man ab einer bestimmten Position übernehmen muss. Teilweise kommt natürlich auch der Stress dazu. In den besonders arbeitsintensiven Phasen muss leider die Familie auch etwas zurückstecken, wenn man seinen Job gut machen möchte.

An welche Projekte erinnern Sie sich besonders gerne zurück?

ING. HERBERT BUSCH: Ich habe bis jetzt das Glück gehabt, dass jedes meiner Projekte positiv und partnerschaftlich abgelaufen ist, wobei die Dimensionen über die Zeit zugenommen haben. Ich habe mit kleinen Wohnbauten mit 7 Wohnungen angefangen.
Das ist immer mehr gewachsen und mittlerweile bin ich mit dem MARINA TOWER, mit mehr als 500 Wohneinheiten, bei meinem bislang größten Projekt angelangt. Darüber freue ich mich sehr, wobei ich auf jedes meiner Projekte stolz bin, wenn ich daran vorbeifahre!

Was war schalungstechnisch die besondere Herausforderung am MARINA TOWER?

ING. HERBERT BUSCH: Die Grundform des Bauwerks ist eigentlich nichts Besonderes. Die spezielle Herausforderung bei diesem Projekt war, dass wir rundherum Balkone hatten, die willkürlich hin und her springen. Dennoch mussten wir die Arbeiter an den Absturzkanten immer sichern. Doka hat sich dieser Herausforderung gestellt und in Zusammenarbeit mit uns ein spezielles Windschild mit Schubladen-Funktion für die optimale Anpassbarkeit an die „springende“ Bauwerkskante entwickelt. Ein großes Lob an die Firma Doka, die das super gelöst hat!

Was sind allgemein die Herausforderungen beim Bau eines Hochhauses?

ING. HERBERT BUSCH: Beim Bau eines Hochhauses ist die Logistik das Um und Auf. Schließlich arbeiten sehr viele Menschen aus den verschiedensten Gewerken gleichzeitig auf der Baustelle – vom Schalungszimmerer bis zur Reinigungskraft. Oben wird am Rohbau gebaut, darunter werden die Wohnungen schon ausgebaut. Da muss man genau planen, wie und wann man das Material und die Personen nach oben bekommt.
Aufgrund der Höhe sind außerdem die physische Absturzsicherung sowie die psychologische Absicherung essenziell, d.h. die Leute müssen sich oben beim Arbeiten auch sicher fühlen. Das ist mit dem Windschild von Doka sehr gut gelöst. Es hat sich herausgestellt, dass die Nachunternehmer wie Schlosser, Glaser und Fassadenbauer fast noch mehr vom Windschild profitiert haben als die Arbeiter am Rohbau. Hier diente es als Sichtschutz und lückenlose Absturzsicherung.
Ein zusätzlicher Mehrwert ist in der Praxis dadurch entstanden, dass wir mit dem Schutzschild gleich die Fassadenarbeiten in einem sicheren Arbeitsumfeld fertigstellen konnten. Wenn das Windschild nach oben geglitten ist, erschien unten bereits die fix und fertige Fassade.
Ein großes Thema beim Hochhausbau ist natürlich auch der Brandschutz. Man muss mit dem Brandschutzbeauftragten gemeinsam Lösungen finden, wie man die Leute im Brandfall in Sicherheit bringen kann.

Wenn Sie das Projekt MARINA TOWER in wenigen Schlagworten beschreiben müssen: welche sind das?

ING. HERBERT BUSCH:
Hoch – attraktiv – hochwertig – modern.

Herr Busch, vielen Dank für das nette Gespräch und die spannenden Einblicke in Ihr Projekt MARINA TOWER! Auch für ihr jetziges Projekt und Ihre Folgeprojekte viel Erfolg!

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